Ratenkredit
Der Klassiker unter den Consumer-Credits ist zweifelsohne der Ratenkredit, der vom Grundprinzip her bereits einige Ableger entwickelt hat. Dazu gehören u.a. der Sofortkredit und der Kredit ohne Schufa. Dabei wird dem Kunden auf der Basis ausreichender Bonität eine Kreditsumme gewährt, die er monatlich abzahlt. Sowohl Zinsen als auch Gebühren sind im Abtrag bereits enthalten. Das heißt, dass der monatliche Abschlag sich immer jeweils aus einem Anteil der Hauptforderung und der Kreditkosten zusammensetzt. Damit unterscheidet sich der Ratenkredit zum Beispiel von jenen Finanzierungsmodellen, bei denen etwa zuerst nur die Zinsen abgetragen werden und erst im Anschluss daran die eigentliche Kreditsumme.
Kreditgeber bevorzugen bei der Feststellung der Kreditwürdigkeit (Bonität) meist die Kombination einer einwandfreien Schufa-Auskunft und eines regelmäßigen Einkommens. Dazu zählen in erster Linie Gehälter aus dauerhaften Anstellungen. Diese Bonität wird vorausgesetzt, um das Risiko für den Kreditgeber gering zu halten. Auf dieser Grundlage werden die Kreditkosten, vor allem die Zinsen, vergleichsweise niedrig gehalten. Wer mit einer Baufinanzierung und angelegten Wertpapieren bei seiner Hausbank gern gesehen ist, wird sich über günstige Konditionen bei einem Ratenkredit freuen können. Andererseits: Besonders Neukunden haben es häufig in Bankfilialen schwer, neben dem Girokonto auch noch Kredit zu bekommen.
Der Ratenkredit unterscheidet sich dem Wesen nach eindeutig von einem Überziehungskredit. Der Überziehungskredit dient vor allem dem Ausgleich kurzfristiger finanzieller Engpässe. Wer etwa dringend eine neue Waschmaschine benötigt, aber planmäßig erst in sechs Wochen das Geld dazu bekommt (zum Beispiel durch eine Lohnsteuerrückzahlung) kann mit der Hausbank über einen Überziehungskredit verhandeln. Dabei wird das laufende Girokonto um die entsprechende Summe überzogen. Die Zinssätze liegen bei derartigen Krediten deutlich höher als bei Ratenkrediten. Andererseits wird die zu verzinsende Kreditsumme meist mehrfach täglich neu berechnet; je nachdem wie der aktuelle Kontostand aussieht. Bei Abschluss eines Ratenkredits sind Kreditsumme und Kreditkosten festgelegt. Wer permanent sein Girokonto überzieht, ist mit einem Ratenkredit besser bedient.
Ratenkredite werden nicht nur von Banken vergeben, sondern sind auch zunehmend beim Autokauf oder allgemein bei der Anschaffung kostspieligerer Gegenstände beliebt. In diesen speziellen Fällen schließt der Kunde praktisch mit der dem Verkäufer zur Seite stehenden Bank einen Kredit ab, der sich konkret auf den Warenwert bezieht. Bei Autofinanzierungen dient dann etwa das Fahrzeug auch als Sicherheit. Alternativ kann es aber gerade beim Autokauf auch sinnvoll sein, sich das Geld per Ratenkredit bei einer Bank zu holen und mit Bargeld beim Händler einen hohen Rabatt zu erzielen.